Sprossenziehen: Keimlinge in Rohkost-Maki.

Petra Denk geschrieben von 

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Keimlinge in Rohkost-Maki Keimlinge in Rohkost-Maki Superfood

Die Versuchskandidaten: Sonnenblumenkerne, Mungbohnen, Linsen und Kichererbsen.

„Diesen Artikel verkaufen wir hier nicht“, sagt der Mitarbeiter einer Wiener Filiale von Denn’s Biosupermarkt, als ich einen mehrfach gebogenen Meltallbügel auf das Förderband der Kasse lege. Als ich darauf bestehe, dass dieser Artikel sogar ein Preisschild hat und daher ganz sicher zu verkaufen sei, meint er, das könne nicht sein, denn er kenne in diesem Geschäft alle Artikel. Ich soll ihm bitte zeigen, wo ich den her habe. Gesagt, getan. Wir gehen also in eine der hintersten Ecken des Geschäftes, wo die Sprossengläser samt Gestellen, die genauso aussahen wie besagter Metallbügel, aufgebaut sind. Der Denn’s-Mitarbeiter begutachtet das anscheinend selten besuchte Regal mit dem Keim-Equipment und den aufgereihten Metallbügeln (es handelt sich hierbei um Abtropfgestelle fürs Keimen) schüttelt ungläubig den Kopf und bekräftigt noch mal, dass er sonst jeden Artikel in diesem Geschäft kennt – diesen hier hatte er aber definitiv übersehen. 

Aus dieser Vorgeschichte schließe ich, dass sich nicht viele Leute mit dem Ziehen von Sprossen aus Körnern und Samen beschäftigen. Also warum beschäftige ich mich eigentlich damit? Seitdem ich in die Welt der Rohkost reingeschnuppert habe, habe ich in einschlägigen Kochbüchern, Ratgebern und Rezepten immer wieder von Sprossen gelesen, die so ziemlich das vitamin- und nährstoffreichste sein sollen, was dieser Planet an Essbarem zu bieten hat. Außerdem finde ich, dass die grünen Keimlinge ein optischer Blickfang in jedem Essen sind – und einen Eindruck von unglaublicher Frische und Lebendigkeit ins Bild zaubern. Und last but not least, haben sie mir beispielsweise in Salaten immer schon geschmeckt. Also warum nicht selbst welche ziehen?

Tatsächlich ist das mit dem Keimen einfacher als man denkt. Man weicht die Körner (zb Sonnenblumenkörner) über Nacht in einem mit Wasser gefüllten Keimglas ein, gießt am nächsten Tag das Wasser ab und stellt das Glas, das auf der Vorderseite mit einem Gitter verschlossen ist, auf ein Abtropfgestell. Danach muss man noch mindestens 2 Mal täglich mit Wasser spülen – und das war’s. Nach zwei bis drei Tagen sprießen die Keimlinge im Glas und sind verzehrfertig. Meine Versuchskandidaten waren: Mungbohnen, Sonnenblumen, Linsen und Kichererbsen. Besonders pflegeleicht und schnell wachsend waren Linsen und Mungbohnen. Sieger meiner Versuchsreihe sind dennoch die Sonnenblumenkeimlinge, obwohl sie wegen des Häutchens, das beim Keimen abfällt, besonders oft gespült werden müssen, um nicht zu faulen. Aber der leicht nussige Geschmack und die dicken sattgrünen Keimblätter haben es mir angetan. In Rohkost-Maki-Röllchen  verarbeitet gefallen mir die Sonnenblumen-Sprossen besonders gut.

Rohkost-Maki mit Sprossen

Füllung:

  • 1 Tasse Cashewkerne (ggf. eingeweicht, je nach Mixerstärke)
  • 1 EL Tahini
  • 3-4 EL Wasser (oder mehr – bis eine cremige Masse entsteht)
  • 3 EL Sauerkrautsaft
  • Salz, Pfeffer
  • frischer Oregano (alternativ auch getrockneter)
  • 3 EL Hanfsamen 

Für die Makis:

  • Nori-Blätter (wenn möglich ungeröstete)
  • Vogerlsalat
  • Tomaten
  • Sprossen (Superfood!)*
  • Sojasoße 

*Superfood-Nachlese über Sprossen: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/sprossenzucht-ia.html und Video-Anleitung zur Sprossenzucht https://www.youtube.com/watch?v=j4CV4-i6EcY

 

Zutaten für den Cashew-Käse (außer Oregano) mixen. Cashews vorher ein paar Stunden einweichen. Gut durchmixen, bis eine Creme entsteht, anschließend Oregano untermischen.

Die Creme auf den unteren zwei Dritteln eines Nori-Blattes verstreichen und Feldsalat, Tomatenscheiben und Sprossen darauf verteilen. Zu einer Rolle zusammenrollen (das Ende des Nori-Blattes etwas mit Wasser befeuchten, damit die Rolle zusammenhält) und diese mit einem scharfen Messer in Stücke schneiden und ggf. etwas Shoyu-Sojasoße drüberträufeln.

Den restlichen Vogerlsalat könnt ihr mit ein bisschen Balsamico-Dressing dazu essen. Dieses Rezept habe ich hier (Rohkost-Sushi mit Cashew-Käse) gefunden.

Letzte Änderung amDonnerstag, 14 Mai 2015 18:20
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Kommentare  
# Lisa 2015-05-17 22:33
Die Makis schauen superlecker aus! Muss ich unbedingt mal probieren! Zum Thema Sprosen würd ich gerne was fragen: Habe jetzt versucht Linsen keimen zu lassen. Da kommen nun schon so kleine Triebe raus... wie sollten die Keimlinge denn ungefähr aussehen, wenn sie fertig sind?
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# Petra Elisabeth Denk 2015-06-10 10:21
Liebe Lisa! Sprossen kannst du prinzipiell ernten, sobald sie ein paar Zentimeter lang geworden sind und die ersten Keimblätter angelegt haben, dann kannst du sie aus dem Keimglas raus nehmen und im Kühlschrank noch ein paar Tage frisch halten, sofern du sie nicht gleich verwendest. Linsen sind besonders unproblematisch: Sie brauchen nur etwa 2-3 Tage zum Keimen, außerdem sind sie sehr "sauber", weil sie keine Samenhüllen abwerfen, die dann zu faulen beginnen können (wie zB bei Sonnenblumenkernen). Du kannst sie daher problemlos eine Woche im Kühlschrank aufbewahren, wenn sie fertig gekeimt sind. Viel Spaß noch! :-)
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