Grünkohl oder „Kale“: Wo bist du?

Petra Denk geschrieben von 

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Kohlsalat mit Walnüssen Kohlsalat mit Walnüssen

Der vor allem in den USA wegen seines hohen Vitamin-Gehaltes beliebte „Kale“ ist hierzulande schwer aufzutreiben. Wir haben ihn dennoch gesucht und gefunden und für euch Einkaufsquellen recherchiert.

Der so genannte „Kale Salad“ soll angeblich in den letzten Jahren die Szenerestaurants Hollywoods erobern – alle möglichen Stars, deren Namen ich mir nicht merken kann, schwören auf Grünkohl. Und auch in vielen Rohkost-Kochbüchern taucht das dunkelgrüne Blattgemüse immer wieder auf, was mich schon eher interessiert. Der Grund für den Sonderstatus dieses Kohlgemüses: Grünkohl ist reich an Vitamin C, Chlorophyll und enthält sehr viel Folsäure und Ballaststoffe. Das Problem ist nur: Wo findet man dieses Wundergemüse? Denn in heimischen Supermärkten sucht man vergebens danach. Und die Begriffsverwirrung unter den heimischen Kohlsorten macht die Sache nicht leichter. Was unter „Grünkohl“ zu haben ist, stellt sich bei näherer Betrachtung meist als „Wirsing“ heraus. Grünkohl oder vielleicht besser gesagt „Kale“, wie das Gemüse in Amerika heißt, sieht aber ganz anders aus und hat deutlich mehr dunkelgrüne Blätter als Wirsing, der nach den grünen Deckblättern hellgrün bis weißlich wird. Wie auch immer: Der „Kale“ hat bei Rewe, Hofer, Spar & Co offensichtlich nie Saison. 

Da es mir manche Grünkohl-Rohkostrezepte aber besonders angetan haben, und ich diesen „Kale“ endlich mal ausprobieren wollte, machte ich mich auf die Suche nach dem winterlichen Vitaminspender – und wurde zumindest teilweise fündig. In Internet-Foren fand ich Hinweise auf den Wiener Kutschkermarkt, wo eine Frau namens Marion Filz am Samstagvormittag Kale verkaufen soll, den man sogar bei ihr bestellen kann, wenn man ihn in größeren Mengen haben will. Wir machen uns also auf den Weg dorthin: Schon beim zweiten Marktstand des Kutschkermarktes erspähe ich lange, dunkelgrüne Blätter auf Stielen, freue mich über meinen tollen Fund, stelle aber bald darauf fest, dass es sich hierbei um „Schwarzkohl“ handelt, weil dieser Kohl keine gekräuselten Ränder hat. Wieder nix. Fast schon gegen Ende des Marktes werde ich aber endlich fündig: Marion Aigner-Filz vom Biokulturhof „Zum grünen Baum“ verkauft tatsächlich den gesuchten Grünkohl (www.lebendigeracker.at) – ich ergattere gerade noch die letzten Blätter davon. Ein paar Meter weiter gibt es sogar noch einen Stand mit von Grünkohl prall gefüllten Kisten. Bei der Arbeitsgruppe Gärtnerhof könnte man den „Kale“ sogar online bestellen (http://www.gin.at/gaertnerhof/gemuese.php). Eine weitere Grünkohlquelle fand ich am Karmelitermarkt, wo ein Stand mit dem Namen „Kohlwerk“ das begehrte Grün verkauft. Gefroren gibt’s den Grünkohl übrigens bei Denn’s Biosupermarkt – ob der eingefrorene Kohl allerdings mit dem frischen mithalten kann, wage ich zu bezweifeln. 

Mein Lieblings-„Kale“-Rezept stammt von Küchenchef Matthew Kenney aus den USA. Und hier ist es:

Winterlicher „Kale“-Salat mit Walnüssen

Salat:

  • 1 großer Kopf Kale (alias „Grünkohl“) – den Mittelstrunk der Blätter entfernen, in dünne Streifen schneiden
  • ½ Bund Mangold – Mittelstrunk der Blätter entfernen, in dünne Streifen schneiden
  • 2 TL Oliven- oder Walnußöl
  • 1-2 TL Apfelessig
  • 1 Zitrone (Saft gepresst)
  • 1 Prise Salz
  • 1 Apfel – in kleine, würfelige Stücke geschnitten
  • 1 Tasse Inca Berries (Physalis) oder Rosinen, gehackt

Walnüsse:

  • ½ Tasse Walnüsse, grob gehackt
  • 2 TL frischer Thymian
  • ½ TL Olivenöl oder Walnussöl
  • ¼ TL Meersalz
  • Frisch gemahlener Pfeffer

Die Zutaten für den Salat gut durchmischen und durchziehen lassen. Ebenso die Zutaten für die Walnüsse miteinander vermengen, kurz ziehen lassen und dann in den Salat mischen.

Mein Resümee: Der echte Grünkohl (alias „Kale“) war die Recherche wert – geschmacklich um Längen besser als der Wirsing und herrlich dunkelgrün – und er fällt beim Marinieren nicht gleich in sich zusammen, sondern behält die Form. 


Und jetzt seid ihr dran! Hat jemand von euch dieses Blatt-Gemüse, das es bei uns nur sehr selten zu kaufen gibt, schon mal ausprobiert oder habt ihr andere Einkaufsquellen für den „Kale“ entdeckt? Wenn ja, dann schick‘ uns deine Erfahrung und dein Lieblings-Kohl-Rezept an office@bestofrawandsuperfood.com oder schreib deinen Kommentar gleich hier drunter!

Letzte Änderung amDonnerstag, 26 Januar 2017 18:19
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