Zwiebelbrot – mein allererstes (gelungenes) Rohkostbrot!

Petra Denk geschrieben von 

(3 Stimmen)
Zwiebelbrot Zwiebelbrot Superfood

Und was für eines: Dieses Rohkostbrot aus Mandeln und gekeimtem Weizen ist einfach köstlich und mittlerweile zu einem meiner Grundnahrungsmittel geworden!! 

Wenn man so wie ich schon seit einiger Zeit ein brotloses Dasein fristet – und das meine ich in kulinarischem Sinne (auch wenn die Vermutung nahe liegt, dass so ein Blogger-Leben eventuell glücklich, aber nicht reich macht ;-)), dann freut man sich riesig, eine gute (!) Alternative zu finden. Ich hatte Brot schon vor etwa zwei Monaten aus meinem Speiseplan gestrichen, weil ich das Gefühl habe, dass es mir gut tut, es mal eine Zeit lang weg zu lassen. Na jedenfalls experimentiere ich schon seit längerer Zeit an rohköstlichen Brotalternativen herum – bisher jedoch ohne Erfolg. Den glitschigen Laib aus klein geschnittenem Gemüse, den ich vor etwa einem halben Jahr nach Anleitung eines einschlägigen Rohkost-Buches erzeugt habe, konnte man ja wohl kaum als „Brot“ bezeichnen… Wohl aber das rohe Zwiebelbrot, das ich kürzlich auf der Webseite Wagashi Maniac entdeckt habe.

Ich habe dieses köstliche Zwiebelbrot auch bei meiner Blog-Launch-Party am 1.Juni vorgestellt, zu der ich etwa 15 Personen aus meinem Familien- und Freundeskreis eingeladen hatte. Und was soll ich sagen – dieses Brot war der Renner! Alle Gäste griffen zu, wollten das Rezept haben oder fragten nach dem Lieferservice wo man so etwas beziehen könnte. Letzteres wäre ja vielleicht mal eine Geschäftsidee… Aber ich begnüge mich erst mal damit, selbst zu „rebloggen“ und zu konsumieren. Denn dieses Brot ist superlecker – schmeckt nach Vollkornbrot, aber besser, weil spannender gewürzt und irgendwie frischer – wahrscheinlich aufgrund des gekeimten Weizens. Am besten genießt ihr zu diesem Brot entweder das Kokos-Chutney oder eine frische Guacamole (wird mein nächstes Rezept, das ich demnächst poste) – oder ihr esst es wie einen richtigen Burger mit allem Drum und Dran mit Tomatenscheiben, Sprossen, Salat und einer leckeren Dip-Sauce oder Frischkäse.

Mit diesem Rezept möchte ich mich nochmal bei allen bedanken, die bei meiner Blog-Launch-Party waren, und mich in den letzten Wochen und Monaten ermutigt haben, oder einfach nur zugehört haben, wenn ich mal wieder über Rohkost und das Bloggen geredet habe, was wahrscheinlich nicht jedermann/frau rasend interessiert ;-). Und ich möchte euch ermutigen, dieses Rezept „nachzukochen“ – es klingt nur auf den ersten Blick mühsam und aufwändig – weil die Herstellung einfach anders als gewohnt funktioniert. In Wirklichkeit ist es aber weder teuer noch aufwändig. Ihr braucht dafür nur: Eine gute Küchenmaschine (oder einen guten Mixer) und keimfähigen Weizen (könnt ihr übers Internet bestellen – zb hier: http://www.keimling.at/keimsaaten-weizengras.html. Ich war übrigens sehr erstaunt, als ich feststellte, dass selbst die Super-Bio-Getreidesorten, die in Bio-Läden verkauft werden, kein Leben mehr in sich haben. Die kann man in Wasser einweichen, so lange man will, da tut sich nichts. Kein Keim, kein Leben… Sollte meiner Meinung nach eigentlich auf der Packung stehen – aus Rohkostsicht auf jeden Fall. Aber wie auch immer, auch der via Internet bestellte keimfähige Weizen kostet nicht die Welt und man braucht keine riesigen Mengen davon, da die Hauptmasse des Brotes aus geriebenen Mandeln besteht. Und hier kommt das Rezept: 

Zwiebelbrot (Rohkost!)

1,5 Tasse Mandelreste, übrig vonMandelmilch Herstellung oder gemahlene Mandeln

1 Tasse  gekeimtes Weizen(4 Tage) * SUPERFOOD!
1 rote Zwiebel
8 El natives Olivenöl
5-6 El Sojasauce
1/2 TlAgavensirup
1 halber Apfel
1/3 Tasse Leinsamen, gemahlen
1/3 Tasse Leinsamen, ganz
½ TL Salz

 

*SUPERFOOD-TIPP: Beim Keimen werden schädliche Phytine abgebaut, die Stärke des Getreidekorns umgebaut und die Nährstoffe werden bioverfügbar gemacht - Weizenkeime sind daher extrem nährstoffreich!! SUPERFOOD-Nachlese über gekeimten Weizen:SUPERFOOD SPROSSEN

 

Den gekeimten Weizen entweder in der Küchenmaschine zerkleinern (ich verwende dafür den Fleischwolfteil, ihr könnt aber auch den ganz normalen Zerkleinerer verwenden) oder die Keime zusammen mit den flüssigen Zutaten im Mixer zu einem Brei mixen. Mit Mandelmehl, Olivenöl und Sojasauce mischen. Zwiebel, Apfel und die Leinsamen untermischen. Nach Geschmack salzen. Teig dick ausstreichen und im Dörrgerät auf einer Dörrfolie (wer kein Dörrgerät hat, kann das Backrohr auf etwas unter 50 Grad einstellen). Nach etwa einer Stunde Trockenzeit Rechtecke, Rauten oder Dreiecke schneiden. Nach etwa 10 Stunden trocknen (variiert je nach verwendetem Gerät und Feuchtegrad des Brotteiges - wenn es nach 10 Stunden noch nicht die gewünschte Konsistenz hat, einfach weiter trocknen) sollte das Brot fertig sein – am besten immer wieder kontrollieren. Es darf nicht völlig ausgetrocknet sein, sollte aber auch nicht zu feucht sein. Die letzten 2 Stunden könnt ihr das Brot auch umdrehen, damit es von beiden Seiten trocknen kann. Für alle, die immer noch ihre Zweifel haben: Dieses Rohkostbrot herzustellen, ist wirklich supereinfach – den Trocknungsvorgang kann man nebenbei laufen lassen, wenn man mal einen halben Tag oder einen Abend lang zu Hause ist. Gutes Gelingen!

Letzte Änderung amMittwoch, 14 Februar 2018 13:23
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Kommentare  
# Willi Svoboda 2015-06-21 17:43
Mhmmhm, das Foto und die dazu gehörende Beschreibung klingen äußerst verlockend! Das werd' ich probieren! Danke für das Rezept und viel Erfolg mit deinem Blog!! Lese ihn gerne und immer öfter :-)
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# Best of Raw and Superfood 2015-07-09 19:42
Hallo Willi! Danke für das Kompliment! Freu mich auch, wenn du mit uns teilst, wie dein erstes Zwiebelbrot gelungen ist :)!!
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# Sebastian Weissenbacher 2015-07-20 19:54
Dieses Zwiebelbrot ist wirklich bemerkenswert. Schmeckt wie "echtes" (gebackenes) Brot und wenn man einmal davon gegessen hat, will man gar nicht mehr aufhören. Danke Petra für diese Entdeckung!
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# Best of Raw and Superfood 2015-07-20 20:00
Danke für das Lob - ruhig auch mal in Kombination mit den Aufstrichen (Kokoschutney´, Guacamole oder Radieschenaufstrich ausprobieren! :-)!
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# Theo Geigand 2016-11-05 16:59
Wie lange ist haltbar das Brot?
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# Petra 2016-11-06 00:28
Hallo Theo! Etwa 4 Tage - am besten im Kühlschrank aufbewahren. Kommt auch darauf an, wie trocken es ist. Wenn das Brot vollständig getrocknet ist, kann es auch mehr als 1 Woche halten. Eine Alternative um es haltbarer zu machen, wäre auch, es einzufrieren. :-) Gutes Gelingen!
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# Lilly 2018-01-24 11:03
Ich bin schon lange auf der Suche nach einem genießbaren Rohkostbrot und habe mich über dieses Rezept sehr gefreut - leider ist mein erster (noch laufender Versuch) bisher ein absoluter Reinfall. Ich hab mich strikt an das Rezept gehalten, lediglich den Agavensirup habe ich durch einen EL Dattelpürree ausgetauscht. Das Brot ist nun seit 9 Stunden im Ofen und leider immer noch kletschig und bricht sofort auseinander, wenn man es anfasst. Außerdem hat man dann völlig ölige Finger. Mit dem Brot auf dem Bild hat es jedenfalls keinerlei Ähnlichkeit. Irgendeine Idee, woran das liegen könnte...? Ich werde das wohl leider wegwerfen müssen. :(
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# Petra 2018-02-08 10:07
Hallo Lilly,
Danke für deinen Kommentar. Lass dich von der Konsistenz des Brotteiges nicht irritieren. Einfach so lange trocknen lassen, bis das Brot die gewünschte Festigkeit hat. Wenn du es zwischendurch wendest, geht die Trocknung schneller voran. Trocknungszeiten können variieren je nach verwendetem Gerät und Zutaten - aber selbst wenn der Teig extrem feucht ist im Rohzustand kann das Brot gelingen, wenn es nur lange genug trocknet. Lass es einfach ein paar STunden bei 45 Grad weiter trocknen, dann sollte es klappen! Ganz wichtig dabei ist noch: Nach 1-2 Stunden das Brot mit einem Messer in Vierecke schneiden, dann lässt es sich später leichter abbrechen bzw. herauslösen. Gutes Gelingen!! :-)
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# Tina 2018-02-14 10:40
Hallo

Meine Euphorie, endlich ein vernünftiges Brotrezept gefunden zu haben, ist totaler Ungläubigkeit gewichen:

Auch wenn die Temperatur von 50° C ganz sicher als "Dörren" bezeichnet werden kann ... Rohkost/Raw ist das so hergestellte Endprodukt definitiv NICHT mehr ☹️

Bei 42°C ist Schluss!

Liebe Grüße

Tina
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# Petra 2018-02-14 13:18
Liebe Tina,
danke für deinen Kommentar! Du hast natürlich recht - die 50 Grad bezogen sich auf die Einstellung des Backrohres (bei etwas unter 50 Grad einstellen - die Anzeige beginnt ja erst ab 50), wenn man kein Dörrgerät hat. Ich werde das entsprechend korrigieren. Danke für den Hinweis! Das Rezept funktioniert übrigens einwandfrei, ich habe es mehrfach getestet und angewendet, weil es nach wie vor mein Standard-Rohkostbrot ist! Bei 42 Grad muss man einfach entsprechend länger trocknen - am besten über Nacht. Wünsche dir noch gutes Gelingen! :-)
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