Sauerkraut, selbst fermentiert

Petra Denk geschrieben von 

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Sauerkraut Sauerkraut Copyright: Petra Denk Superfood

Sauerkraut - eine echte Vitaminbombe für die kalte Jahreszeit!

Irgendwie dachte ich, es wäre aufwändig und kompliziert, Sauerkraut selbst herzustellen. Seitdem ich mich aber intensiv damit beschäftigt habe und mehrere erfolgreiche Versuche hinter mich gebracht habe, kommt selbst gemachtes Sauerkraut bei uns jetzt immer auf den Tisch.

Aufwändig ist eigentlich nur das Kraut hobeln. Wenn dieser Arbeitsschritt erledigt ist, wird das ganze gesalzen und geknetet und mit etwas Druck in Gläser gefüllt. Mit einer Schüssel oder einem anderen Gegenstand beschweren, sodass das Gemüse immer unter der Flüssigkeit bleibt - und das war's. Dann heißt es nur noch warten, bis es fertig fermentiert ist und kühl stellen. Mit der unten stehenden Anleitung könnt ihr euer eigenes Sauerkraut ganz einfach herstellen. Das Tolle dabei: Man hat dann immer einen frischen, vitaminreichen Salat - ohne Spülen, marinieren, etc., der als Beilage einfach im Glas  aus dem Kühlschrank auf den Tisch kommt.

Was ich selbst festgestellt habe, ist, dass die enthaltenen Milchsäurebakterien sich extrem positiv auf mein Wohlbefinden auswirken. Laut Literatur versorgen uns  diese Bakterien nicht nur mit zusätzlichen Vitaminen, sondern reduzieren äußerst wirksam die schädlichen Bakterien und Hefen im Darm, sodass wir eine ausgeglichene Darmflora bekommen. Was mich betrifft, kann ich jedenfalls sagen, dass ich mich frischer fühle und die Verdauung super funktioniert, seitdem ich regelmäßig Fermentiertes esse. 

Eine Überwindung war für mich eigentlich nur, Lebensmittel auf diese ungewohnte Weise zu verarbeiten - also nicht kühl stellen oder zu kochen oder gleich frisch zu verzehren, sondern sie sozusagen "verderben" zu lassen - wobei sie ja nicht wirklich verderben, sondern nur eine Milchsäuregärung statt findet. Die aufsteigenden Bläschen bedeuten übrigens nur, dass jetzt die Milchsäuregärung statt findet - also kein Grund zur Panik! Mehr übers Fermentieren könnt ihr in diesem Artikel lesen.

Und nun zum Rezept und zur Anleitung fürs Sauerkraut machen. Ich wünsche euch viel Spaß dabei!

 

Sauerkraut, selbst fermentiert - in zwei Varianten: Klassisch nach Omas Rezept oder asiatisch scharf
 
 
1 Krautkopf, fein gehobelt (ein paar Außenblätter beiseite legen)
2 Karotten, fein gehobelt (Ich habe mir erlaubt, zu Omas Rezept noch etwas Karotte hinzuzufügen, weil mir Kraut alleine doch etwas zu langweilig ist)
1 EL Salz
1 Einmachglas mit Bügelverschluss sowie ein kleines Glas oder Schüsselchen zum Beschweren 
 
2 Würzvarianten:
Klassische Gewürze: 3 EL Apfelsaft, 5 Wacholderbeeren, 1 TL Kümmel (ganz oder gemahlen), 1 Lorbeerblatt
oder
Scharf und asiatisch: 1 TL geriebener Ingwer, 1 Chili halbiert (oder auch gehackt, falls es richtig scharf sein soll) und 2 Zehen Knoblauch in Scheiben geschnitten

 
Und so klappt es mit dem Fermentieren:

1. Die Außenblätter des Krautkopfes beiseite legen und den restlichen Krautkopf sowie die Karotten fein hobeln.
2. Das Salz in das fein gehobelte Gemüse einmassieren, ein paar Minuten ziehen lassen, dann das Gemüse weiter massieren, bis das enthaltene Wasser austritt.
3. Gemüse samt ausgetretenem Saft und den gewünschten Gewürzen (klassisch oder scharf und asiatisch) in saubere Einmachgläser mit Bügelverschluss füllen (das Glas max. ¾ voll machen!) und das Gemüse im Glas kräftig nach unten drücken, sodass es vollständig von Wasser bedeckt ist.
3. Die vorher beiseite gelassenen Krautblätter oben auf das Gemüse drauf legen und darauf achten, dass alles von Flüssigkeit bedeckt ist. Das ganze dann mit einem umgedrehten Schüsselchen beschweren und den Bügelverschluss zu machen (optimalerweise sollte da etwas Druck drauf sein, damit das Gemüse nicht wieder nach oben schwimmt).
4. Unbedingt darauf achten, dass das Gemüse immer von Flüssigkeit bedeckt bleibt! Notfalls etwas abgekochtes Wasser hinzufügen (möglichst wenig, da es das ganze sonst zu stark verwässert!). Die bei der nun folgenden Gärung entstehende Luft kann durch den Gummi entweichen.
5. 4 Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen.
6. Das Kraut im Kühlschrank kühl stellen. Das Gewicht könnt ihr nun entfernen und das Kraut kann gekühlt gegessen werden.
7. Die Fermentierung geht auch im Kühlschrank weiter. Wenn es euch zu wenig sauer ist, einfach noch ein paar Tage im Kühlschrank lassen, bis es den gewünschten Säuregrad erreicht hat.
8. Immer mit sauberen Gabeln Kraut raus nehmen und am besten wieder schön in die Flüssigkeit drücken bevor ihr das Glas nach dem Essen wieder in den Kühlschrank stellt.
9. Das Kraut hält sich dank der konservierenden Wirkung der Milchsäurebakterien nun mehrere Wochen im Kühlschrank. Bei uns wird es allerdings nie so alt - da es vorher verzehrt wird. :-)
 
 
 Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung fürs Kraut fermentieren findet ihr übrigens auch in meinem Koch-Buch "Raw Superfoods":
 
 
 
 

Letzte Änderung am%PM, %04. %507 %2019 %12:%Dez
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