Snacks (5)

Snacks

Radieschenaufstrich mit Kren, Zwiebelbrot und Sprossen

Petra Denk by

Erstes Resümee aus zwei Monaten Foodblog - und Radieschenaufstrich mit Kren, Zwiebelbrot und Radieschensprossen

 

Heute möchte ich mal Bilanz ziehen und euch das Resümee aus 58 Tagen www.bestofrawandsuperfood.com präsentieren. Also zunächst mal: Wie ist die Stimmungslage der Bloggerin? Prinzipiell gut – mir gefällt mein Blog, es macht Spaß, ich habe super viele Ideen, aber wie ihr euch denken könnt, ist auch ein bisserl Realismus eingekehrt. Ich habe zwar geahnt, dass einen Blog zu betreiben, viel Arbeit bedeuten könnte, aber so richtig bewusst war es mir bisher nicht. An erster Stelle muss ich hier die Fotos nennen. Schöne Fotos waren mir von Anfang an sehr wichtig – ich habe sogar einen Profikurs bei einem Foodfotografen in den USA besucht (zwar nur online, aber immerhin – sehr intensiv, sag‘ ich euch..) und ich finde auch immer mehr Gefallen am Fotografieren. Aber: Die Fotos kosten definitiv viel Zeit und Mühe! An zweiter Stelle kommen die Texte – als ehemalige Journalistin fällt mir das nicht besonders schwer -  ich schreibe so nebenbei und empfinde es nicht als Arbeit, die macht hingegen das Übersetzen auf Englisch. Die Vorübersetzung erledigt zwar Google für mich, aber leider macht Google das nicht besonders gut, daher muss ich praktisch jeden Satz überarbeiten. Einen immer größeren Teil nimmt mittlerweile der Bereich Social Media ein -  also meine Präsenz auf Facebook, Twitter & Co, die auch regelmäßig gewartet werden will. Weil ich auch da einen gewissen Anspruch auf Perfektion erhebe – sprich: Wenn ich schon diesen ganzen Aufwand betreibe, dann soll es wenigstens was bringen (User, Follower, viele Millionen Euro - bin für vieles offen ;-)) – habe ich mich bei einem amerikanischen Digital Media „Boot Camp“ registriert und zusätzlich einen Kurs bei einem außerordentlich erfolgreichen Food-Blogger-Ehepaar ;-) belegt. Ich werde euch auf dem Laufenden halten, was ich da alles erfahren werde, bin schon sehr gespannt.

Was habe ich noch erlebt? Ja, leider werden offensichtlich sehr viele Kommentare von Maschinen generiert und gepostet: Tonnenweise chinesische Stahlverarbeitung, Schmuck, Generika, unseriöse Angebote, meinen Blog über Nacht in die Top Ten im Internet zu bringen, und andere unseriöse Angebote, von denen ich euch lieber nicht erzähle. Echte Kommentare sind derzeit leider noch Mangelware. Aber wie ich gelesen habe, muss man viel Geduld und Ausdauer mitbringen – und ich muss euch auch sagen, dass ich mich über jeden einzelnen ernst gemeinten Kommentar, über jedes „Like“ auf Facebook, neue Follower auf Twitter oder einfach nur über Besucher meiner Seite freue.

Vom Thema her scheint mir die Rohkost bisher nicht so der Gassenfeger zu sein. Möglicherweise ist der „Hype“ um dieses Thema schon abgeflaut – oder es interessiert einfach doch nicht so sehr. Im ersten Monat seit Bestehen meines Blogs habe ich aufgrund der Fragen, Reaktionen und Kommentare eher das Gefühl, dass sich die Leute mehr für Wirkung und Inhaltsstoffe von Essen interessieren als um die Frage, ob es nun roh oder gekocht ist. Eigentlich logisch - man möchte sich möglichst fit, gesund und energiegeladen fühlen bzw. extreme Schlappheit, Müdigkeit oder Krankheiten bekämpfen. Wenn man diese Wirkung mit Essen erzielen kann, das auch noch superlecker schmeckt – was will man mehr? Superfood beschäftigt sich mit eben dieser Wirkung – laut Definition handelt es sich dabei um Lebensmittel mit besonders hoher Nährstoffdichte oder sogar heilender Wirkung. Ich bin daher froh, dass ich meinen Food-Blog thematisch nicht ganz so eng gefasst habe wie ursprünglich geplant. In nächster Zeit will ich meinen Fokus zwar weiterhin auf der Rohkost belassen, aber doch hin und wieder mal auch etwas Gekochtes im Zusammenhang mit Superfood präsentieren und ein Superfood-Serie produzieren.

Von den Fotos her plane ich, das Essen noch mehr als bisher in den Mittelpunkt zu stellen – klares, einfaches Setting ohne viel Schnick-Schnack. Dieses klare, einfache Setting kam beispielsweise beim Radieschenaufstrich  zum Einsatz, wie ihr sehen könnt. Mit frischem Kren, ein paar Radieschensprossen und dem bereits geposteten genialen Zwiebelbrot – ein absolut perfektes Rohkost-Menü! Wer möchte, kann natürlich auch normales Brot verwenden und die eingeweichten Sonnenblumenkerne durch Cottage Cheese ersetzen. Die Samen für die Radieschensprossen muss man leider entweder via Internet bestellen oder im Biosupermarkt kaufen – aber die Anschaffung lohnt sich. Schon aus einer geringen Menge Samen lassen sich in einem Keimglas binnen weniger Tage eine große Menge Sprossen ziehen. Die schmecken herrlich intensiv nach Radieschen (!) und halten sich bis zu einer Woche im Kühlschrank. 

Radieschenaufstrich 

  • 1 Tasse Sonnenblumenkerne (über Nacht in Wasser eingeweicht, dann abgeseiht)
  • ¼ Tasse Wasser
  • 1 TL Salz, frisch gemahlener Pfeffer
  • 3-4 Stängel frische Petersilie (Blätter abzupfen und fein hacken)
  • ½ frisch gepresste Zitrone
  • 2-3 TL frisch geriebener Kren
  • 1 Bund Radieschen (3-4 als Garnierung in Spalten schneiden, 5-6 Stück reiben)
  • Radieschensprossen als Deko

Die eingeweichten Sonnenblumenkerne im Mixer verarbeiten, Wasser und Zitronensaft nach und nach zugeben, bis eine sämige Masse entsteht. Geriebene Radieschen, geriebener Kren und Petersilie unterrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Garnieren mit frischen Radieschen-Sprossen und Radieschenscheiben.

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Fiestafeeling mit Laptop, Schal und Brotkorb

Petra Denk by

Ein Guacamole-Rezept frei nach Jamie Oliver - mit südamerikanischem Flair aus einem Wiener Gemeindebau

„Weihnachten?“ fragt mich der Verkäufer unseres Euro-Ladens um die Ecke mit hoch gezogenen Brauen, als ich Ende Juni eine bunte Weihnachtslichterkette bei ihm bezahlen will. Ich bin mittlerweile ein „Nerd“, wenn es um Food-Fotografie geht – wenn ich für eine Foto-Idee im Sommer Weihnachtsdeko brauche, dann muss es eben sein. Diese Foto-Ideen verlaufen allerdings manchmal nicht so wie geplant – besonders wenn man mit zusätzlichen Lichtquellen arbeiten will. Ich hatte mir vorgestellt, dieses Szenario herzustellen: Guacamole nach einem Rezept von Jamie Oliver mit viel Chili und Koriander – auf einem Holztisch – dazu mexikanisches Fiestafeeling, das ich durch bunte Lichterketten vor einem schwarzen Hintergrund (=Abend) erzeuge. Daneben würde ich noch meine derzeit einzige Topfpflanze (es handelt sich um ein „fleißiges Lieschen“) dazu stellen, die etwas unscharf im Hintergrund ein gewisses Gastgarten-Ambiente erzeugt. Soweit der Plan. Die Perspektive im Sucher meiner Kamera sagte was anderes. Die Lichterketten ließen sich irgendwie nicht ins Bild quetschen – mein riesiger schwarzer Hintergrundrahmen erwies sich als ungeeignet als Ersatz für den schwarzen Nachthimmel und Halterung der Weichnachtselektronik. Zum Einsatz kamen daher noch mein schwarzer Laptop, ein Brotkorb und sogar ein monströser schwarzer Schal - als Hintergründe und Träger der Lichterkette. Ideen hatte ich viele, aber die fotografischen Ergebnisse waren bescheiden – am Ende entschied ich mich, einen zufällig entstandenen ersten Schnappschuss zu verwenden. Die Licht-Reflektionen auf dem Teller gefielen mir irgendwie – und: Photoshop macht’s möglich – in Kombination mit abendlichem Kunstlichtambiente entstand ein Foto, das meinem ursprünglichen Plan zumindest nahe kommt. Und ich kann euch eines verraten, das mir dabei am wichtigsten ist: ich mag das Foto, weil’s irgendwie geheimnisvoll wirkt und Stimmung macht. Aber fragt mich bitte nicht, ob ich dafür Schal, Laptop oder Brotkorb verwendet habe. Reproduzierbar ist sowas nicht ;-)

Guacamole 

- nach Jamie Oliver

  • ½ rote Zwiebel
  • 2 reife Avocados
  • 1 Limette
  • 8-10 Kirschtomaten, klein gehackt
  • 1 TL Olivenöl
  • 1 rote Chili (gehackt. Alternativ: 1-2 TL getrocknete Chiliflocken)
  • Salz und Pfeffer
  • 1 Bund frischer Koriander
  • Die Avocados aushöhlen, mit der Gabel zerdrücken, gehackte Tomaten dazu geben, mit Olivenöl, Limettensaft, Chili, Salz und Pfeffer vermischen. Etwas gehackten frischen Koriander dazu, mit ein paar Blättern dekorieren.
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